Samstag, 21. August 2010

Call of Duty: Modern Warfare 2

Modern Warfare 2 ist sowas wie Super Probotector in 3D. In Super Probotector steuert man einen Roboter, der nur zwei Waffen aufnehmen kann, und killt Gegner, die aus Fenstern springen, steigt in einen Panzer rein, bringt ein Gebäude zum Absturz, dann noch eins, dann zerstört man einen gegnerischen Panzer, weicht Bomben, die von einem Flugzeug abgeworfen werden, aus, hagelt sich über Feuer und bekämpft einen Dino. Und das war nur das erste Level.

In Modern Warfware 2 snipert man von einem Hubschrauber aus, landet auf den Boden, bekämpft dort Soldaten, geht in ein Gefängnis und geht von Zelle zu Zelle, schützt ein Team, das von allen Seiten angegriffen wird mit einem Schild, seilt sich ab, säubert dunke Gänge mit Hilfe der Infrarotsicht, bombt Wände weg, findet einen Gefangenen und entkommt durch ein einstürzendes Gebäude. Das war auch nur ein Level.

Schnee für Martin!

Die Abwechslung der Geschehnisse wirkt sich auch auf die Abwechslung beim Spielen aus. Ein Gebäude zu schützen verlangt eine andere Vorgehensweise als Flüchten oder sich durch Rauch langsam vorarbeiten oder an zwei sich gegenseitig bekämpfenden Fraktionen vorbeischleichen und -kämpfen usw. In dieser Hinsicht ist es besser als das erste Modern Warfware. Auch ist es oft weniger schlauchmäßig als der Vorgänger.

Leider ist es nicht mehr oder weniger gut ausbalanciert und die Geschichte, die das Spiel erzählt, ist vom Status "interessiert keine Sau" zu "Gnade! Schont mein Gehirn" gegangen. Modern Warfare 2 hat die Illusion, daß die Spieler eine Bindung zu den alten Charakteren haben, daß drei statt ein Sterben des eigenen Charakters und fünf statt eine Atomexplosion das Spiel besser machen. Ich habe mich schonmal beschwert, daß ich Modern Warfware 1 nicht nachvollziehen konnte aber 2 zeigt mir, daß es noch viel schlimmer geht und ich nicht bei jeder Kleinigkeit wie eine Sissy rumheulen soll. Die Flughafenszene hat die emotionale Wirkung von 5 mit identischen Animationen fallenden Klonen.

Die Musik geht in der ganzen Geräuschkulisse unter. Ich kann mich gar nicht daran erinnern.

Die Technik ist deutlich verbessert worden, was sich auf Objektdichte und Modellierung der Menschen auswirkt. Enttäuschend ist das Fehlen von Ragdolls, was sich im Flughafen bemerkbar macht und sonstige Verbesserungen bei den Animationen. Motion Capturing kann einen ein Stück weit bringen aber wenn bei Bodenunebenheiten (und davon gibt es in einigen Levels reichlich) die Figuren ständig so laufen, als ob es geradeaus ginge, dann ist das störend.

Also Modern Warfare 2: sehr ähnlich zum Vorgänger, etwas mehr Abwechslung, ein wenig mehr Freiheit, die beste Achterbahnfahrt, die man sich zur Zeit in Videospielform kaufen kann, 60 FPS.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ein Gebäude bringt man zum Einsturz.

H. Hämmerer
(München)

Pasco hat gesagt…

Sehr geehrter Herr Hämmerer,

Gebäude bringt man in Battlefield: Bad Company zum Einsturz. In Call of Duty stürzen sie von alleine.