Montag, 26. Oktober 2009

Burnout Paradise

Gibt es in dieser Generation sonst irgendwelche Arcade-Rennspiele, die mit 60 FPS laufen? Moment! Arcade-Rennspiele laufen immer mit 60 FPS. Ich stelle die Frage nochmal. Gibt es in dieser Generation sonst irgendwelche Arcade-Rennspiele? Ich kann mich an keins erinnern, es sei denn, man zählt Ridge Racer 6/7, das im Jahre des Herrn 2005 erschienen ist. Ich glaube damals war ich so jung, ich mußte mich noch nicht mal rasieren.

Also Burnout Paradise ist ein Burnout Spiel. Nur findet es in einer Stadt statt, in der man sich Prüfungen an Kreuzungen holt und den Rest der Zeit die Stadt erkunden kann und durch Bill-boards fährt oder andere Autos sammelt. Wenn man sich das Update zieht, kann man sogar die letzte aufgenommene Prüfung wiederholen, was der Kritikpunkt Nummer 1 war, als das Spiel frisch rausgekommen ist.

Mir gefällt die dezente und dennoch bestimmende Art, mit der dieses Auto visuell einem mitteilt, daß es schnell fahren kann.
Wie gut ist es gemacht? Gut. Die Physik, die in der Burnout Serie immer unrealistischer wurde, wurde diesmal auf ein Maß Richtung Burnout 3- gesetzt. Das ist immer noch unglaublich unrealistisch aber man kommt mit Walling (die Wand benutzen, um abzubiegen) nicht besser zurecht als ohne. Wer ein "korrektes" Rennspiel erwartet, wird enttäuscht. Im Singleplayer gibt es extremes Gummiband (die Geschwindigkeit der Gegner passt sich der eigenen an), es gibt Zufälle, ab und zu unausweichliche Unfälle und geschicktes Fahren spielt keine so große Rolle wie Kenntnis der Abkürzungen und das richtige Auto, wenn es darum geht, zu gewinnen.

Ich kann mich erinnern, gesagt zu haben, daß das Spiel gut gemacht ist. Das Spiel funktioniert gut als Erlebnis. Man legt es für eine halbe Stunde rein, spielt irgendeine Prüfung, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die gleiche ist, die man zuletzt versucht hat und die man meist ohne größere Schwierigkeiten schafft, und erfreut sich an der gut implementierten Steuerung, die eine gute Mischung aus Kontrollierbarkeit und Unkontrollierbarkeit bietet, an Riesensprüngen, abwechslungsreichen, schön gemachten Settings, an wechselnden Tageszeiten, die in manchen Momenten die Welt magisch beleuchten, an dem Geschwindigkeitsrausch, an das Entdecken von Geheimnissen.

Letzteres macht unerwartet viel Spaß, weil es old-schoolig gemacht ist. Die Leistung des Spielers besteht nicht darin, etwas verstecktes zu finden wie so oft in modernen Spielen. Die Billboards sind gut sichtbar und ziehen mit ihrer grellen Farbe die Aufmerksamkeit auf sich. Das schwierige ist, herauszufinden, wie man mit dem Auto dorthin kommt.

Burnout Paradise ist gut ...wenn man mit der richtigen Erwartungshaltung herangeht.

Kommentare:

Krystian Majewski hat gesagt…

Welch ein Zufall. Erhole mich gerade von einer Wochenlangen Sucht nach dem Spiel. Ich stimme dir auch generell zu.

Was ich noch erwähnen würde ist dass das Spiel immer besser wird je länger man Spielt und je besser man die Stadt kennt. Also gerade aller Anfang ist sehr verwirrend und frustrierend. Weswegen die Entwickler einen zu Beginn klugerweise mit Archievements, Bonus-Wagen und anderen Belohnungen zuschütten bis einem der Schaum aus dem Mund kommt. Hat man sich den erst abgewischt muss man leider feststellen dass es irgendwie alles sehr viel und sehr komplex ist.

Nach etwa 30 Spielstunden fängt aber das Mentale Modell der Stadt sich zu verfestigen und die zweite Stufe zündet. Das geht dann auch ab wenn man dann anfängt die Online Challenges zu machen bei denen man in der Stadt so richtig Unfug machen soll.

Online Spielen ist irgendwie komisch gelöst und gut und schlecht zugleich. Irgendwie ist es viel zu schwer in ein Spiel zu kommen wo alle auch das tun wollen was man selber tun will.

Andererseits trifft man dank co-op Challenges irgendwann erstaunlich nette und hilfsbereite Menschen. Der Boom-Headshot-Halo-Spieler überlebt nicht lange in Paradise City. Man sammelt also innerhalb kürzester Zeit einen Haufen neuer, gescheiter Buddies. Das ist auch sehr gut so weil das Road Rule System eine der innovativsten (und am schwierigsten zu verstehenden) Lösungen für Leaderboards ist.

Wo wir schon am eigentlichen Thema sind - eat my Road Rules, biatsch! ;-)

Krystian Majewski hat gesagt…

Btw:

[...] weil es old-schoolig gemacht ist [...] wie so oft in modernen Spielen.

Also wie jetzt? Old-shoolig oder modern?

Pasco hat gesagt…

Was du über den offline-Modus sagst, stimmt. Online habe ich es noch nicht gespielt, also kann ich nichts dazu sagen.

Was die Geheinisse angeht heißt es "Letzteres macht unerwartet viel Spaß, weil es old-schoolig gemacht ist. Die Leistung des Spielers besteht nicht darin, etwas verstecktes zu finden wie so oft in modernen Spielen."

Es sind zwei Sätze. Zusammengefasst: Burnout Paradise ist in der Hinsicht old-schoolig und handhabt es nicht so wie moderne Spiele. Ich sehe da keinen Widerspruch.

Krystian Majewski hat gesagt…

Du hast vollkommen recht, ich habe das "nicht" überlesen. Mea culpa.

Reinschnuppern in die Online Funktionen lohnt sich. Kann ich empfehlen.

Michael hat gesagt…

Die Demo fand ich schon ganz nett und nachdem's das Spiel längst günstig gibt, werd ich's mir wohl bald zulege. Eigentlich sollte man jedes halbwegs aufwendige 60fps-Spiel schon aus Prinzip unterstützen...

dickbigmac hat gesagt…

Jop. Burnout ist schon nicht schlecht. :) Pasco, hör auf den Krystian und guck dir den Onlinemode mal an!